22. August 2016

Feuerwehrleute retten Person aus Wohnblock

 

Kameraden aus Annahütte und Klettwitz meistern Einsatzübung in Schipkau gut / Ehrenamtler stark gefordert


Der Ernstfall ist inszeniert in Schipkau am Freitagabend. "Wir simulieren hier einen Wohnungsbrand. Die Kameraden müssen zwei Personen und einen Bewusstlosen retten", erklärt Bill Breier, der die Einsatzübung gemeinsam mit Vize-Ortswehrführer Ronny Engelhardt geplant hat.
Angstvolle Rufe um Hilfe erschallen in der Wohnsiedlung an der Schipkauer Luxemburgstraße. Dichter Rauch steigt aus einem Wohnblock auf. Die Feuerwehren rücken aus Annahütte und Klettwitz an – zu einer Übung.

Der Job ist für die Kameraden alles andere als einfach. Jugendkameradin Monique Guzek hat in der Not ein kreischendes Stimmchen, das lautstark aus dem Fenster im dritten Obergeschoss erschallt. Dazu macht der beißende schwarze Rauch den Ernst der Lage mehr als deutlich. "Die Übung soll so echt wie möglich wirken. Deshalb haben wir neben einer normalen Diskonebelmaschine noch Rauchkerzen, die im Modellbau verwendet werden, an den Start gebracht", erklärt Ronny Engelhardt, der jede Bewegung der eingesetzten Kameraden zudem genau protokolliert.

Punkt 18.55 Uhr sind die Einsatzkräfte aus Annahütte unter dem Stichpunkt "Brand Gebäude" groß alarmiert worden. Drei Minuten später wird auch die Ortswehr Klettwitz gerufen. Feuerwehrmann Detlev Heine, seit mehr als 30 Jahren in der Anna hütter Wehr organisiert, empfängt als Hausmeister die anrückenden Kameraden. "Es ist schwer, den Ernstfall zu spielen", sagt der 65-Jährige, der für seine Rolle noch eine kräftige Portion Ruß ins Gesicht geschmiert bekommen hat. Er ist gerade aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und zur Alters- und Ehrenabteilung gewechselt, brennt aber weiter für die Aktiven.

Die Kameraden sind eine eingespielte Mannschaft. Keine vier Minuten nach der Ankunft liegt Wasser am Verteiler an. Nur zwei Minuten später geht der erste Trupp unter Atemschutz den Treppenaufgang nach oben.

Im Normalfall rücken bei diesem Brandstichwort alle Löschzüge der Gemeinde und das Hubrettungsfahrzeug der hauptamtlichen Senftenberger Kräfte aus. Das garantiert, dass ausreichend Atemschutzgeräteträger am Einsatzort sind. Die geringe Anzahl der Kräfte lässt die beiden Feuerwehren in Schipkau indes an die Grenzen stoßen. "Für den Einsatz war alles okay. Für jeden Atemschutztrupp im Gebäude hat auch der Rettungstrupp bereitgestanden. Und zur Not hätten noch der Gruppenführer und der Maschinist mit reingehen können. Bei einem echten Brand wären aber mehr Kameraden vor Ort", sagt Einsatzleiter Rico Pfeiffer. Der Einsatz unter Atemschutz im Ernstfall ist anspruchsvoll. Über Funk kommt aus dem dritten Obergeschoss die Meldung, ein Kamerad ist umgefallen. "Das kann immer passieren. Hier haben wir die Situation der Einsatzkräfte noch verschärft", erklärt Ronny Engelhardt. "Der bei Bränden auftretende, giftige Rauch ist die häufigste Todesursache bei Wohnungsbränden. Umso wichtiger sind solche Übungen für die Einsatzbereitschaft und schnelle Hilfe durch die Feuerwehr", sagt Gruppenführer Bill Breier.

Kameraden bekämpfen den Müllbrand im Keller. Weitere Einsatzkräfte retten die Person im Obergeschoss – parallel zum Treppenaufgang wird ein zweiter Rettungs- und Angriffsweg gegen das Feuer über ein Fenster auf der Rückseite des Gebäudes aufgebaut. Die dreiteilige Schiebeleiter wird in Position gebracht. Im Ernstfall wäre eine Drehleiter zum Einsatz gekommen.

Nach gut 30 Minuten ist das Einsatzziel erreicht. Alle Kameraden sind einmal unter Atemschutz in das verqualmte Treppenhaus ohne Sicht vorgerückt. Ein Überdrucklüfter kommt zum Einsatz, um den Aufgang rauchfrei zu machen.

"Dass der reibungslose Ablauf einer solchen Feuerwehrübung von großer Bedeutung ist, mussten wir bereits erfahren. Glücklicherweise ist auch ein Wohnungsbrand in diesem Jahr ohne großen Personenschaden ausgegangen. Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Feuerwehr in ihrer Arbeit zu unterstützen", erklärt Roland Osiander, der Geschäftsführer der Kommunalen Wohnungsgesellschaft Senftenberg, in deren Gebäude geübt wurde.

Die Feuerwehr Annahütte hat bis zu 60 Einsätze im Jahr. "Derzeit", so berichtet Ortswehrführer Andreas Schneider "halten sich Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung die Waage". Neben dem Gemeindegebiet Schipkau werden die Annahütter im Ernstfall auch zu allen Schwerpunktobjekten in Senftenberg gerufen. Am Tag ist es allgemein schwer, die Einsatzkräfte zu bekommen.

Quelle: lr-online

Einsatzübung in Schipkau
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Detail
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